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Von WordPress zu Hugo: Warum wir unsere Website migriert haben

Von WordPress zu Hugo: Warum wir unsere Website migriert haben

Wir haben es getan: Nach Jahren mit WordPress haben wir unsere Website auf Hugo umgestellt – einen statischen Site-Generator, der in Go geschrieben ist. In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen und erklären, warum dieser Wechsel für uns die richtige Entscheidung war.

Warum der Wechsel?

WordPress ist ein fantastisches CMS und betreibt einen grossen Teil des Internets. Aber für unsere Bedürfnisse als Hosting-Unternehmen mit einem technisch versierten Team war es an der Zeit, einen anderen Weg zu gehen. Uns war es sehr wichtig, eine schnelle Webseite zu haben. Nach diversen Verbesserungen an der Wordpress Seite mit Caching und anderen Tricks sind wir ans Limit gestossen. Zudem waren die Suchen auf der Seite immer noch ultralangsam. Als uns dann auch noch ein Kunde ein Screenshot von einem Timeout einer Formularübermittlung geschickt hatte, war der Schmerz genug gross um uns in das Abenteuer Migration zu stürzen!

Die Vorteile von Hugo

1. Geschwindigkeit

Hugo ist unglaublich schnell – sowohl beim Build als auch bei der Auslieferung. Unsere gesamte Website wird in wenigen Sekunden generiert. Da es sich um statische HTML-Dateien handelt, werden diese blitzschnell ausgeliefert. Keine Datenbankabfragen, keine PHP-Ausführung, keine Wartezeit.

2. Keine Datenbank, kein Cache

WordPress benötigt eine MySQL-Datenbank und oft zusätzliche Caching-Plugins, um performant zu sein. Hugo generiert statische Dateien – fertig. Das bedeutet weniger Ressourcenverbrauch, weniger Komplexität und weniger potenzielle Fehlerquellen.

3. Keine 1000 Einstellungen im Webinterface

Wer WordPress kennt, kennt auch das Admin-Panel mit seinen unzähligen Optionen, Plugins und Einstellungen. Bei Hugo ist alles klar strukturiert in Dateien und Ordnern. Was man sieht, ist was man bekommt.

4. Weniger Betreuungsaufwand

Mit WordPress erhielten wir täglich automatische Merge Requests mit Sicherheitsupdates für Core, Themes und Plugins. Jedes Update musste geprüft und getestet werden. Mit Hugo gibt es keine laufenden Sicherheitsupdates für die Website selbst – der generierte Output ist statisches HTML.

5. Alles versioniert in Git

Das ist für uns der grösste Vorteil: Der gesamte Content, alle Templates und die Konfiguration leben in einem Git-Repository. Das bedeutet:

  • Staging bildet alles ab: Nicht nur das CMS mit den Modulen, sondern der komplette Inhalt.
  • Kein Datensync mehr: Früher mussten wir Daten von Produktion auf Staging synchronisieren. Jetzt ist ein Branch-Wechsel alles, was es braucht.
  • Vollständige History: Jede Änderung ist nachvollziehbar. Wer hat was wann geändert?
  • Code Review für Content: Auch Inhaltsänderungen können per Merge Request reviewed werden.

6. Konfiguration als Code

Alle Einstellungen sind in Konfigurationsdateien. Keine versteckten Optionen in der Datenbank, keine Überraschungen nach einem Update. Infrastructure as Code, aber für die Website.

7. Einheitliches Design dank Markdown

Content wird in Markdown geschrieben. Das erzwingt eine gewisse Struktur und verhindert, dass wild mit Inline-Styles oder kopierten Formaten aus Word herumgespielt wird. Das Ergebnis: Ein konsistentes Erscheinungsbild.

8. Deutsche Seiten mit deutschen URLs

Mit Hugo können wir endlich saubere, mehrsprachige URLs umsetzen. Statt /de/products/ haben wir jetzt /de/produkte/. Das ist nicht nur benutzerfreundlicher, sondern auch besser für SEO.

9. Simples Alias-Handling

Weiterleitungen und Aliase sind in Hugo trivial. Ein einfacher Eintrag im Frontmatter einer Seite, und fertig. Keine Plugins, keine .htaccess-Fummelei.

Die Umsetzung: AI-unterstützte Migration

Hier wird es spannend: Die gesamte Migration wurde mit Claude Code umgesetzt – Anthropics AI-gestütztem Coding-Assistenten. Von der initialen Projektstruktur über die Template-Entwicklung bis hin zu diesem Blogpost selbst: Alles entstand im Dialog zwischen Mensch und AI.

Die Zahlen

KategorieWert
Projektdauer20 Tage
Commits~360
Redirect-Regeln~1'580
Build-Zeit~2 Sekunden
Code (neu)
HTML-Templates64 Dateien, ~4'700 Zeilen
SCSS-Stylesheets104 Dateien, ~9'000 Zeilen
Code Total~14'000 Zeilen
Content (aus WP-DB)
Markdown-Dateien216 Dateien, ~17'400 Zeilen

Warum Claude Code?

Die Migration einer komplexen Website ist normalerweise ein Mammutprojekt. Mit Claude Code konnten wir:

  • Schneller iterieren: Änderungen an Templates, Bugfixes und neue Features entstanden in Minuten statt Stunden
  • Konsistenz wahren: Der AI-Assistent “erinnert” sich an Projektkonventionen und wendet sie konsequent an
  • Komplexe Refactorings meistern: Zum Beispiel das Umbenennen von /de/products/ zu /de/produkte/ – was harmlos klingt, erforderte Änderungen an Templates, Redirects, Translation-Keys und mehr
  • Dokumentation gleich mitliefern: Dieser Blogpost? Ebenfalls mit Claude Code geschrieben

Das Ergebnis: Eine vollständige Website-Migration, die normalerweise Wochen dauert, in einem Bruchteil der Zeit.

Der einzige Nachteil?

Neue Seiten müssen jetzt in Markdown geschrieben werden statt im WYSIWYG-Editor. Aber mal ehrlich: Wer klickt denn heute noch? Markdown ist schneller, sauberer und lässt sich perfekt versionieren. Für ein technisches Team wie unseres ist das kein Nachteil – es ist ein Feature.

Fazit

Der Wechsel von WordPress zu Hugo war die richtige Entscheidung für uns. Weniger Komplexität, mehr Kontrolle, bessere Performance und ein Workflow, der zu einem Entwicklerteam passt. Wenn ihr ein ähnliches Projekt plant, können wir Hugo nur empfehlen.

Habt ihr Fragen zur Migration oder zu Hugo im Allgemeinen? Kontaktiert uns – wir teilen gerne unsere Erfahrungen!

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